Stalking-Intervention – Täterarbeit mit Stalkern
Stalking bedeutet wiederholtes und andauerndes Kontrollieren, Bedrängen, Belästigen, Nachstellen, Auflauern bis hin zu massiver körperlicher Gewalt.
Stalking in seiner häufigsten und gefährlichsten Form ist das "Ex-Partner-Stalking" oder "Trennungsstalking".
Opfer von Stalking sind meist massiv in ihrer persönlichen Integrität verletzt, auch wenn die einzelnen Handlungen, die beobachtet werden können oft nur scheinbare Bagatellen darstellen.
Um Stalking rechtlich besser greifbar zu machen, wurde im Jahr 2007 der sogenannte Nachstellungsparagraph § 238 StGB erlassen.
Wir wollen mit unserer Arbeit mit den Stalkern einen komplementären Baustein zu bestehenden juristischen, polizeilichen, therapeutischen Maßnahmen zum Schutz der Opfer bilden.
Durch die Inverantwortungnahme der Täter können nachhaltige Veränderungen bewirkt werden.
Wir gehen dabei davon aus, dass die stalkenden Menschen durch ihr Denken, Fühlen und Verhalten auch sich selbst in ihrer Lebensgestaltung massiv einschränken. Wir wollen dazu beitragen, dies bewusst zu machen, selbst Verantwortung zu übernehmen und positive Bewältigungs- und Handlungsstrategien zu entwickeln.
Zielgruppe
Menschen, die einer anderen Person nachstellen, diese beobachten, sie kontrollieren, unerwünscht Kontakt zu ihr aufnehmen oder körperlich angreifen.
- Wir arbeiten mit zugewiesenen Personen in Kooperation mit allen beteiligten Institutionen und Personen.
Selbstmelder können sich auch anonym an uns wenden.
Rahmenbedingungen
- Maßnahmedauer: 6-12 Monate,
Finanzierung: Teilnehmerbeiträge werden anteilig einkommensabhängig erhoben, eine Finanzierung durch die Stadt Hamburg wird angestrebt,
Arbeit im Einzel-, später nach Möglichkeit auch im Gruppensetting.
Unser Angebot
Voraussetzung für die Aufnahme in unser Programm ist die Vereinbarung eines sofortigen Stalking-Stopps und die Unterzeichnung einer Schutzerklärung.
- Wir arbeiten mit Ihnen an kurzfristigen sowie an nachhaltigen Veränderungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.
Wir arbeiten lösungsorientiert und bieten Entlastung durch psycho-soziale Betreuung.
Inhalte
- Eingangsanamnese, Erstgespräche
- Schutzerklärungen
- Klärung der Regeln, Erwartungen, Ziele
- Gewaltdefinition, Gewaltformen, Einordung von Stalking, Auswirkungen von Gewalt und Stalking
- Soziales Umfeld, Genogramm, Biografie, Netzwerke, Freundschaften
- Umgang mit Gefühlen: welche Gefühle gibt es? Gefühle wahrnehmen und ausdrücken, Umgang mit unerwünschten Gefühlen, Umgang mit Wut und Angst
- Kommunikation
- Gender: Männerbilder, Frauenbilder, Vaterrolle
- persönliche Ressourcen, Lebensperspektiven



